Inklusiv
In der integrativen Ganztagsgesamtschule lernen und leben behinderte, nicht behinderte, leistungsschwache und leistungsstarke, SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam. So lernen sie unter anderem Rücksichtnahme und entwickeln soziale Kompetenzen. Es ist durch mehrere Gewerkschaftsstudien erwiesen, dass heterogene Lerngruppen für ein soziales Miteinander und einen besseren Lernerfolg förderlich sind.
Die Ausgrenzung von Minderheiten soll vermieden werden. Durch Respekt, Akzeptanz und Toleranz gegenüber Minderheiten ergibt sich die Möglichkeit für SchülerInnen, in einem harmonischen, vorurteilsfreien Miteinander zu leben. So erlernen die SchülerInnen, die Besonderheiten der Individuen als Bereicherung aufzufassen und Vorurteile zu hinterfragen und abzubauen.
Ganztag
Schule soll nicht mehr ausschließlich Lernraum, sondern auch Lebensraum sein. Arbeitsgemeinschaften, sportliche, kreative und musische Angebote sollen den Schulalltag bereichern. Es muss eine sinnvolle und abwechslungsreiche Verknüpfung von Lern- und Lebensphasen geben. Die SchülerInnen sollen außerdem einen gesunden Lebensstil vorgelebt bekommen und in diesem gefördert werden, so zum Beispiel durch ergonomisches Mobiliar, Sportangebote und gesundes Mittagsessen. Die Themen Gesundheit, Hygiene, Ernährung und Körperbewusstsein sollen auch Bestandteil von Unterricht und Projekten sein.
Gesamtschule
Wir fordern eine Schule für alle und somit die Auflösung des mehrgliedrigen Schulsystems. Durch die so entstandene heterogene SchülerInnenschaft können Schülerinnen und Schüler lernen, die Vielfalt als Bereicherung und Chance zu sehen. Maßstäbe hierfür sind individuelle Fähigkeiten, Interessen, Talente, Alter und soziale Herkunft. Außerdem lernen sie, mit- und voneinander zu lernen.
Die LSV NRW strebt eine IGS mit einem allgemeinen Schulabschluss an, der eine wirtschaftlich selbst bestimmtes Leben nach der 10. Klasse ermöglicht. Im Anschluss daran wird in der Schule eine weiterführende dreijährige Ausbildung angeboten, die eine Berufsausbildung beinhaltet oder studiumsvorbereitend ist. Zudem soll der Hochschulzugang auch Nicht-AbiturientInnen ermöglicht werden.
Gestaltung des Lernens
Der Charakter des Lernens muss praxisorientiert und nützlich für eine weitere selbstbestimmte Lebensgestaltung sein.
Zusätzlich zu kleinen Lerngruppen muss individuelle Förderung betrieben werden.
Die LSV NRW fordert eine von SchülerInnen mitbestimmte Lernatmosphäre.
Lerngruppen sollten nach Möglichkeit alters- und leistungsheterogen zusammengesetzt sein.
Lerninhalte und Lernzeit dürfen nicht durch den Lehrplan diktiert werden, sondern müssen sich an den Interessen der SchülerInnen orientieren und maßgebend durch diese mitbestimmt werden.
Zum Lernen sollten neue Medien verstärkt im Unterricht zum Einsatz kommen.
Eine Zusammenfassung in Stichpunkten:
Berufsorientierung:
Es finden mindestens zwei Praktika in verschiedenen Berufen, die durch die Schule betreut werden, zwischen der 5. und 10. Klasse statt.
Ein weiteres Praktikum wird während der Oberstufe (11.-13. Klasse) gemacht.
SchülerInnen sollen verschiedene Berufe aus mehreren Blickwinkeln vorgestellt werden (z.B. von Auszubildenden, Studierenden, Gewerkschaftern und auch AusbildungsleiterInnen und BerufsberaterInnen).
Es findet Bewerbungstraining statt.
Es wird über die verschiedenen Möglichkeiten für die individuelle Lebensgestaltung z.B. auch über ein freiwilliges soziales Jahr oder Praktika im In- und Ausland informiert.
Zensuren:
Die Ziffernnoten von 1 bis 6 werden abgeschafft.
SchülerInnen erhalten individuelle Rückmeldung zu ihren Stärken und Schwächen, auch zu ihrem Fortschritt bekommen sie eine individuelle Förderempfehlungen.
Falls Probleme oder besondere Vorkommnisse (sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht) auftreten, suchen die LehrerInnen das Gespräch mit dem Schüler/der Schülerin.
Auch die SchülerInnen sollen die Möglichkeit haben, ihren LehrerInnen eine Rückmeldung zum Unterricht zu geben, mindestens alle zwei Monate eine Feedbackstunde in allen Fächern wäre hierzu wünschenswert.
Unterricht
Leistungsstarke und –schwache SchülerInnen werden in Kleingruppen in einzelnen Unterrichtssituationen gefördert bzw. gefordert.
SchülerInnen lernen, sich gegenseitig beim Erarbeiten und Erlernen von Inhalten zu helfen.
SchülerInnen lernen verschiedene Lerntechniken kennen und erproben diese, um jedeR SchülerIn gerecht zu werden.
Die Methodik des Unterrichts muss abwechslungsreich sein, so dass die Methoden jedem/r SchülerIn gerecht werden.
Eine Klasse hat maximal 15 SchülerInnen.
Mindestens zwei LehrerInnen betreuen eine Klasse, um immer individuelle Förderung zu sichern.
Das Unterrichtslimit für LehrerInnen liegt bei maximal 20 Stunden.
Der Unterricht geht auf das aktuelle tagespolitische Geschehen ein.
Schlüsselkompetenzen werden vermittelt, z.B. die Fähigkeiten zur (Selbst-)Kritik, Kreativität, Problemerkennungs- und Problemlösungskompetenz, soziale Kompetenz, Eigenständigkeit und Teamfähigkeit, Umgang mit Sprache und (neuen) Medien.
4. Sitzen bleiben
In der IGGS gibt es kein Sitzenbleiben, außer einE SchülerIn möchte aus eigenem Willen eine Klasse wiederholen. Stattdessen sollen SchülerInnen, die Probleme in der Schule haben, spezielle Förderung erhalten.
Unterrichtsstrukturen
SchülerInnen müssen methodische Grundfähigkeiten wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit zum kritischen, analytischen, logischen und kreativen Denken vermittelt werden.
Aktuelle Geschehnisse müssen ihren Raum im täglichen Unterricht finden. SchülerInnen müssen befähigt werden, Aktuelles mit Historischem zu vergleichen und durch selbständiges Hinterfragen und Bewerten wissenschaftlich vertretbare Schlussfolgerungen zu ziehen.
Im Ganzen muss Unterricht sowohl fachliche und translatorische Fähigkeiten vermitteln, als auch soziale und moralische Werte darstellen und Wissenschaft auf einen klar problemlösenden Weg bringen.
kostenlose Möglichkeiten zum individuellen Lernen müssen bereit gestellt werden. Dies bezieht sich sowohl auf Internetzugänge und andere neue Medien, sowie die Bereitstellung von Büchern.
Projektunterricht, der Eigenverantwortung schult und Selbständigkeit vermittelt, und Gruppendynamik fördernde Maßnahmen, wie Exkursionen sollen enthalten sein.
Es wird ein gemeinsames voneinander Lernen vermittelt.
Der „45-Minuten-Takt" wird aufgehoben und durch ein flexibles Zeitschema ersetzt. Die Gestaltung der Unterrichtszeit liegt SchülerInnen und LehrerInnen in so fern frei, als es nur Minutenvorgaben für Fächer in der Woche gibt. Wie oft und mit wie viel Minuten pro Unterrichtseinheit ein Fach unterrichtet wird, kann variiert werden.
Sowohl Dauer und Abfolge von Blöcken und Pausen werden festgelegt, sowie Schulbeginn und das gemeinsame Frühstück, das Mittagessen, jahrgangsübergreifendes Lernen und die Arbeitsgemeinschaften.
Der Schulalltag kann eingeteilt sein in gemeinsame Phasen und Phasen individuellen Lernens. Es gibt mehr Partnerarbeit, Gruppenarbeit, AGs und Arbeitsphasen mit einem offenen Anfang und Ende.
Über den ganzen Tag verteilt werden Zeiten der Entspannung und der Bewegung eingeplant. So wechseln Unterricht und Freizeit. Möglich werden kann dies durch die gemeinsame Betreuung der Klassen.
Eine Lehrkraft sollte jeweils drei bis vier SchülerInnen einer Klasse beim individuellen Lernen unterstützen.
Lehrpläne sind flexibel, sie lassen immer Platz, damit sich einE SchülerIn mit Themen beschäftigen kann, welche über den „allgemeinen“ Stoff hinaus gehen.
Evaluation des Unterrichts findet durch den Klassenverband für Klassen- und FachlehrerInnen statt. Die Evaluation sollte schriftlich erfolgen.
Unterrichtsstrukturen werden immer wieder im Gespräch zwischen LehrerInnen und SchülerInnen auf ihre Nachhaltigkeit und Funktionalität überprüft und dem aktuellen pädagogischen Wissensstand angepasst.
Auf der 100. LDK wurde eine Resolution zum Thema "Inklusiver Ganztag" verabschiedet.