Die LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV-NRW) kritisiert das am 14. April von dem Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière unterzeichnete Rückführungsabkommen mit dem Kosovo: Dieses Abkommen erzwingt die weitere Abschiebung von Schülerinnen und Schülern sowie ihrer Familien in eines der ärmsten Länder Europas. Der Kosovo verfügt nicht ansatzweise über eine schulische Infrastruktur, in der das Fach „Deutsch“ als Fremdsprache angeboten werde.

„Bei Abschiebungen wird häufig keine Rücksicht auf das laufende Schuljahr genommen, oder darauf, dass ein sinnvoller Abschluss der Schullaufbahn durchaus möglich wäre“, so Johannes Struzek aus dem Vorstand der LSV. In Deutschland waren diese Migranten weitestgehend in den Schulen integriert, in den Kosovo kommen sie als ethnische und sozial deklassierte Minderheit. „Die Jugendlichen werden aus ihren Klassen und Freundeskreisen herausgerissen und verlieren so ihre sozialen Kontakte. Der fehlende Schulabschluss – einer aus dem Kosovo liegt ja auch nicht vor – führt unter den wirtschaftlichen Bedingungen des Kosovo direkt in Armut und Arbeitslosigkeit“, erklärt der Zwanzigjährige.

 

Die LandesschülerInnenvertretung spricht sich generell gegen eine Abschiebung von Schülerinnen und Schülern aus. Benedikt Haumer ebenfalls aus dem Landesvorstand erklärt: „Wir wollen, dass allen Schülerinnen und Schülern eine durchgängige Ausbildung gewährleistet wird. Außerdem sollen sie während der Ausbildung nicht getrennt von ihren Familien leben müssen, da dies gerade für junge Schülerinnen und Schüler eine unermessliche Belastung ist.“