Landesschülervertretung fordert bessere Schulpolitik

Die LandesschülerInnenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) fürchtet, dass es wenigstens für die nächsten zwölf Jahre eine Zementierung der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Schullandschaft geben wird: das Gymnasium und ein differenziertes pädagogisch-soziales System für die „Resteverwertung“. Kritik an dieser Entwicklung bestimmte daher immer wieder die Tagesordnung der Landesdelegiertenkonferenz, die jetzt in Oer-Erkenschwick stattfand.

 

Die Verkürzung der Unterrichtszeit für die Gymnasien wirkt sich aus Sicht der Schülerinnen und Schüler schon jetzt negativ aus: Für das auch von der Gesellschaft und der Politik vielfach eingeforderte soziale Engagement bleibe wenig Zeit. Fehlendes Engagement aber bedeute oftmals auch die Einschränkung von gelebter Demokratie.

Statt dessen werde Schule stromlinienförmig auf eine schnelle Verwertung über Studium und Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Deutschland orientiert. Dazu die LSV: „Wir sind für Schule und Unterricht, der einem humanistischen Menschenbild verpflichtet ist. Dies muss auch für eine Wirtschaftsordnung gelten, in der wir unsere Fähigkeiten vertiefen.“

Auf heftigen Widerspruch stieß die zynische These „Mach’ schneller Abitur, dann musst Du länger auf einen Studienplatz warten!“ Berichte über übervolle Hörsäle und längere Wartezeiten belegten diese Kritik.

Durch die neue Sekundarschule entwickle sich eine neue „Restschule“, mit der der Übergang zur gymnasialen Oberstufe nicht leichter, sondern schwerer werde. Andere Diskussionsbeiträge zeigten, dass die Umwandlung von Hauptschule in Sekundarstufen keinesfalls regungslos verlaufe. Auch beim Vergleich von Sekundarstufe, Gymnasium und Gesamtschule entdeckten die Konferenzteilnehmer „pädagogische Brüche“ und deutliche Ungleichbehandlungen etwa im Prüfungsreglement.

Unterstützt wurden die Schüler durch Grußworte aus anderen Landesschülervertretungen und aus der Landeselternkonferenz.

Mit Interesse wurde verfolgt, wie in verschiedenen Städten in NRW ein „Bildungsstreik“ vorbereitet wurde, mit dem am kommenden Donnerstag, 17. November, auf die Misere aufmerksam gemacht werden soll.