„Ich bezweifle, dass eine Modifizierung des Kooperationsvertrages zwischen Schulministerium und der Bundeswehr dazu führt, den Einfluss des Militärs auf Schülerinnen und Schüler zu begrenzen.“ Damit sprach Schülervertreterin Lea Kühn aus Essen bei einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion in Hagen vielen Schülern NRWs aus der Seele. Sie pochte auf die Forderung aus der Landesschülervertretung Nordrhein-Westfalens (LSV NRW), dass die Bundeswehr in der Schule nichts zu suchen hätte.
Auf dem Podium (von links nach rechts): Staatssekretär Ludwig Hecke, Ulrich Frey aus der Evangelischen Kirche im Rheinland), Dorothea Schäfer (GEW NRW), Paula Klattenhoff (LSV NRW), Lea Kühn (Bezirksschülervertretung Essen), Joachim Schramm (DFG-VK)*
Ludwig Hecke, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung, wurde von den Schülern NRWs zur Vereinbarung mit Fragen gelöchert. Er hatte erklärt, dass die Vereinbarung nicht gekündigt werde, die Friedensbewegung solle jedoch stärker einbezogen werden. Lea Kühn sah darin eine „scheinheilige Maßnahme“, mit der ein neutraler Unterricht nicht garantiert werde.
Beifall erntete auch Ulrich Frey, der sich in der Evangelischen Kirche im Rheinland für Friedensprojekte einsetzt, für seine Äußerung „der Protest ist gerechtfertigt“. Kritisch äußerten sich zudem Dorothea Schäfer, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW, und Joachim Schramm als Vertreter der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG-VK).
SchülerInnen NRWs engagieren sich in der Antragsberatung auf der 101.Landesdelegiertenkonferenz der Schüler Nordrhein-Westfalens*
Die Podiumsdiskussion zum Thema „Kooperationsvereinbarung – hart aber fair“ war Höhepunkt der 101. Landesdelegiertenkonferenz der LSV NRW in Hagen. Die Kooperationsvereinbarung war 2008 von der damaligen Schulministerin Barbara Sommer (CDU) mit dem Wehrbereichskommando II abgeschlossen worden. Sie regelt den bevorzugten Zugang der Bundeswehr in die Schulen und zur Lehrerausbildung.
Florian Thiel, Mitglied des Vorstands der LSV NRW: „Der ehemalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) forderte dazu auf, die Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und Schulminsterin abzuschließen. Damit sollte eine größere Zustimmung unter Schülern und Lehrer zun Afghanistan-Einsatz erzielt werden. Das ist für uns 'Indokrination durch die Hintertür'. So geht das nicht!“
Intensive Arbeitsatmosphäre bei der 101. Landesdelegiertenkonferenz der Schüler aus Nordrhein-Westfalen*
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