Die vom schwarz-grünen Senat eingeführte Hamburger Schulreform ist alles andere als unumstritten. So hat die Initiative „Wir wollen lernen!“ um den Hamburger Anwalt Walter Scheuerl bei verschiedenen Unterschriftensammlungen genügend Unterstützer gefunden, damit es am 18. Juli eine Volksabstimmung geben wird. Nun wird in Hamburg von den verschiedenen Initiativen und Parteien für oder gegen die Schulreform geworben. Während die Reformgegner im Moment mit Info-Brunchs versuchen, Wähler zu mobilisieren, veranstalten die Reformbefürworter am heutigem Donnerstag eine Demonstration in der Hansestadt.

Für den Bildungsexperten Ernst Rösner sind die Aktivisten gegen die Schulreform vor allem Eltern mit Angst, ihren Kindern könnte durch Konkurrenz aus Aufsteigerfamilien der Weg zu attraktiven Berufen erschwert werden. Die LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW hat dazu am vergangenen Wochenende eine Resolution beschlossen, in der sie die Art kritisiert, mit der die Reformgegner versuchen, ihr Ziel zu erreichen. „Es ist sehr schade, wie ein kleiner Kern von Anwälten und Unternehmern durch den Einsatz großer finanzieller Mittel versucht, die Stellung seiner Kinder zu sichern und die demokratisch gefällte Entscheidung zu kippen“, sagt Johannes Struzek, der Antragsteller und ehemaliges Vorstandsmitglied. „Wir haben als Teil dieser Gesellschaft die Pflicht, nicht tatenlos bei diesem ‚Klassenkampf‘ wegzusehen, sondern müssen und mit allen solidarisieren, die sich der Initiative ‚Wir wollen lernen!‘ entgegenstellen.“


Benedikt Haumer (19) aus dem Landesvorstand sieht die soziale Gerechtigkeit ins Unerreichbare rücken, wenn „die Wenigen mit viel Geld über die Übrigen hinweg Entscheidungen fällen oder demokratisch herbeigeführte Reformen unterwandern.“ Die LandesschülerInnenvertretung NRW solidarisiert sich mit allen, die sich für eine Reform des veralteten Bildungssystems einsetzen und auf die Straße gehen, und ganz besonders mit denjenigen, die sich heute in Hamburg für ihre Reform stark machen.